Kurt Beck

Dumm ist Kurt Beck nicht. Er ist sogar, so glaube ich, ein ziemlich brillianter Stratege - nur sieht das bei ihm halt nicht schön aus. Kein souveränes, lässiges Auftreten wie Schröder, keine flammenden Reden wie von Müntefering. Beck taktiert knirschend und etwas holprig; das wirkt von außen nicht ästhetisch, führt aber zum Ziel. Schließlich wäre er sonst nicht da wo er ist.

Ob jener Satz, der nun die Debatte um rot-rote Bündnisse wiederbelebte, von Beginn an einer Strategie folgte oder nicht: Becks Umgang damit ist geschickt. Er dementiert nicht, weil er es nicht muss, denn die Aussage - im hessischen Landtag wird geheim gewählt - ist schlicht und ergreifend richtig. Er will es aber auch nicht, denn die SPD muss früher oder später aufhören, die LINKE derart radikal zu ignorieren. Es geht nicht darum, sich festzulegen, sondern sich die Option offenzuhalten und dafür hat Beck die ersten Schritte eingeleitet.

Bemerkenswert ist, dass er dies im Alleingang tut und dadurch die Fraktion und die SPD-Minister schützt - die beschießen ihn nach Kräften und halten so die SPD regierungsfähig. Beck hat die Rolle des Buhmannes übernommen, weil er weiß, dass er sie übersteht. Dank des Kredits, den er sich in der ALG I-Debatte erarbeitet hat.