Wiefelspütz

Dieter Wiefelspütz, MdB macht seit geraumer Zeit durch seine unverblümten Antworten auf Bürgerfragen bei abgeordnetenwatch.de auf sich aufmerksam, und zwar auf eine erfreulich lakonische, ja durch aus auch arrogante Art abseits der Fraktionshandreichungen mit ihren Antwortentwürfen.

Zuletzt erregte er Aufsehen mit einer Antwort auf eine Frage, die seinen Antwortstil kritisierte. Anstatt zu Kreuze zu kriechen legte er noch eine Schüppe seines Stils nach:


Bartz[…] Sehr geehrter Herr B.,

ich bin seit 1987 Mitglied des Deutschen Bundestages. Bei der letzten Wahl wurde ich mit 55 % der Erststimmen in den Bundestag gewählt. Ich bin Volksvertreter. Sie, Herr BartzB., sprechen für sich und sagen Ihre Meinung. Sie tuen aber so, als sprächen Sie für das Volk. Haben Sie dafür ein Mandat? Könnte es sein, daß Sie den Mund ein wenig voll nehmen? Ich halte es für eine bösartige Unterstellung zu behaupten, ich betrachte Wähler als “niedere Menschen”. Ihre Wortwahl spricht bereits für sich.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz […]


Letztlich sagt Wiefelspütz nichts anderes, als dass eine Einzelmeinung eines Bürgers nicht mehr ist als diese und eben nicht der Mehrheitsmeinung der Bevölkerung entsprechen muss. Aber selbst vermeintlichen Mehrheitsmeinungen müssen sich Abgeordnete nicht beugen und dürfen sich diesen auch nicht beugen müssen. Dann hätten wir eine vollendete Umfragendemokratie.

Andere hingegen finden, sich auf einen Rückhalt von 55% im Wahlkreis zu berufen, das ginge gar nicht, denn: "Ein Volk ist grösser als diese 55 Prozent." Kommentiert habe ich das dort bereits.

Im Übrigen: sich darauf zu berufen, dass man für das was man tut ein Mandat hat und andere eben nicht, das ist zwar arrogant, aber vor allem auch einfach mal richtig. Berufspolitiker haben einen Job gewählt, der es mit sich bringt, dass andere ihnen ständig erzählen, wie sie ihre Arbeit zu machen haben, keine Frage. Aber wie sollen sie denn darauf bitte reagieren? Dankbar? Dieter Wiefelspütz wäre verlogen, würde er den Unterschied zwischen Abgeordneten und 'gewöhnlichen' Bürgern leugnen. Das wäre ranschmeißerisch und schlichtweg eklig.