Kulturen des Privaten und Öffentlichen

Einen leidlich interessanten Einblick in die britische Kultur des Privaten und Öffentlichen lieferte die Süddeutsche unlängst. Dass man dort in einem Ausmaß von Kameras überwacht wird, wie wohl an keinem anderen Ort der Welt, ist vermutlich hinlänglich bekannt. Dass die Bevölkerung das anscheinend überwiegend begrüßt, war mir neu. Dass der Brite zudem ein besonderes Verhältnis zu seinem Heim hat, fand ich zudem interessant:


Das Eigenheim wird in England mehr als irgendwo sonst als eine Art exterritorialer Raum betrachtet, als unantastbarer Rückzugsort des Individuums, von dem die breitere Öffentlichkeit im Idealfall nicht einmal wissen soll, wo er sich befindet.

Für die laxe Haltung gegenüber der Kameraüberwachung werden im Wesentlichen zwei Gründe genannt.
a) öffentlichkeitswirksame Ermittlungserfolge, die durch Kameras möglich waren
b) im Vergleich zu Deutschland die fehlende Erfahrung mit totalitären Regimes

Auch wenn es um Kameras und nicht um kontroverser diskutierte Überwachungstechnologien wie die Vorratsdatenspeicherung oder Spähsoftware wie den "Bundestrojaner" geht, so kann man dem Artikel dennoch Hinweise für die Existenz verschiedener Kulturen des Privaten bzw. Öffentlichen entnehmen. Mehr aber auch nicht.