Gute erste Sätze

"Neoliberalismus" steht für eine seit den 1930er Jahren entstandene Lehre, die den Markt als Regulierungsmechanismus gesellschaftlicher Entwicklungs- und Enscheidungsprozesse verabsolutiert.


So lautet der erste Satz der Einleitung zur Kritik des Neoliberalismus von Christoph Butterwegge, Bettina Lösch und Ralf Ptak. Ohne nun wiederum erste Sätze von Büchern verabsolutieren zu wollen, aber die erste Frage, die sich mir aufdrängte, war die, welche Bezeichnungen man denn für die Verabsolutierung des Staates als Regulierungsmechanismus gesellschaftlicher Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse parat habe. Totalitarismus? Faschismus?

Ist die Grundannahme einer regelrecht symmetrisierten und harmonisierten Gesellschaft, die sich aus einer solchen Fragestellung ergibt, überhaupt angebracht? Das Problem lässt sich umgehen, indem man eine funktional differenzierte Gesellschaft zugrundelegt, in der keine Instanz verabsolutiert werden darf, schlichtweg weil keine Instanz mehr die gesellschaftliche Spitze einnehmen darf bzw. kann.

Andere Frage: was wird ausgeschlossen, wenn man Gesellschaft allein mittels der Unterscheidung Markt/Staat beobachtet? Wie sähe neben den Instanzen der Medien Macht bzw. Geld eine Verabsolutierung des Mediums Wissen aus? Alles zu theoretisch bzw. die eine Theorie verabsolutierend? Da mussten Sie jetzt durch.