Blogs im Wahlkampf

Polit-Blogs in den US-Wahlkämpfen, darüber schrieb die Süddeutsche unlängst:

Weil jeder Politiker gerne der Freund des einflussreichen Nachbarn sein möchte, versuchen die Kampagnenteams der Präsidentschaftskandidaten entsprechend, die Blogger mit Informationen und Gerüchten zu versorgen.

Dies führt dazu, dass das Internet zu einem neuen Schlachtfeld der Kandidaten-PR geworden ist. George W. Bushs ehemaliger Wahlkampfberater Dan Bartlett zeichnete jüngst im Interview mit dem Magazin Texas Monthly ein wenig schmeichelhaftes Bild von den Bloggern: "Es funktioniert wie eine direkte Injektion in die Adern deiner Unterstützer. Sie kotzen genau das heraus und setzen es auf ihre Blogs, was du ihnen gesagt hast."

Werden die Blogs also von Enthüllern zu unfreiwilligen Propaganda-Helfern? "Natürlich gibt es diese Gefahr", sagt Daily-Kos-Schreiberin Houle, "doch nur die wenigsten Blogger übernehmen die ungefilterten Botschaften der Kandidaten."

"Aber Blogs müssen natürlich genauso skeptisch betrachtet werden wie die traditionellen Medien", ergänzt sie. Tatsächlich finden sich neben fundierten Analysen über die Kandidaten und deren Programme auch allerhand Schimpftiraden und ungeprüfte Gerüchte.
Das man Blogs dieselbe Skepsis entgegenbringen muss, wie "traditionellen Medien", ist schon eine bewegende Erkenntnis. Natürlich nicht für die Süddeutsche, aber für so manchen Blogger. Und dass Blogs für den Wahlkampf mißbraucht werden, ist ein fast schon zu naheliegende Folge.