Macht

Lese ich gerade. Also Macht vom Meister.

Die Funktion des Kommunikationsmediums Macht ist nicht ausreichend beschrieben, wenn man meint, es gehe nur darum den Machtunterworfenen zur Annahme der Weisungen zu bewegen. Auch der Machthaber selbst muss zur Ausübung seiner Macht bewegt werden, und darin liegt in vielen Fällen die größere Schwierigkeit. Liegt es nicht gerade für ihn, der im Zweifel unabhängiger ist, näher, sich zurückzuziehen und die Dinge laufen zu lassen?

Gerade dem Machthaber werden, ob er will oder nicht, auf Grund seiner Macht Erfolge und Misserfolge zugerechnet und dazu passende Motive oktroyiert. Macht instrumentiert also nicht einen schon vorhandenen Willen, sie erzeugt diesen Willen erst und sie kann ihn verpflichten, kann ihn binden...
Luhmann: Macht, 1975, S. 21