Direkte(re) Demokratie: warum eigentlich nicht?

Ein Gedankenexperiment oder -spiel.

Direkte Demokratie möge heißen, dass politische Sachfragen direkt vom Volk abgestimmt und entschieden werden.

Es wird jedoch kaum möglich sein, dass das Volk das Parlament vollständig ersetzt. Die Zahl zu treffender Entscheidungen und deren Komplexität übersteigt die (vor allem zeitlichen) Möglichkeiten der meisten Bürger.

Es bedarf also einer Regel, anhand der entschieden werden kann, ob eine Sachfrage dem Parlament, oder dem Volk zur Entscheidung zugeführt werde.

Wie auch immer diese Regel ausgestaltet ist: sie ist kontingent, hätte auch anders ausfallen können und wird daher angezweifelt werden.

Jede Entscheidung, die vom Parlament getroffen wird, wird unter der Behauptung, sie wäre im Volk anders ausgefallen, angezweifelt werden. Das ist im Prinzip bereits jetzt so. Nur würden die Zweifler und Kritiker maßgeblich bestärkt, wenn es das Instrument direkter Demokratie in greifbarer Nähe gäbe.

Fazit: direkte Demokratie würde das Parlament delegitimieren und schwächen. Daher kann ein im Parlament zentriertes und in Form von Berufspolitikern professionalisiertes politisches System direkte Demokratie nicht wollen, beziehungsweise wird diese zwar bereitstellen, aber die Hemmnisse und Schwellen auf ein Maß erhöhen, das sie praktisch nicht anwendbar macht.