Schmunzeln

ließ mich ein Leserkommentar zum Artikel Münteferings Konter bei sueddeutsche.de:

Dieser Artikel zeigt eigentlich nur, daß Politik in Mediendemokratien praktisch gar keinen Sachbezug mehr hat. Das Land und der Bürger als Geisel selbstverliebter Machtpolitik.
"Fast gar keinen Sachbezug" ist übertrieben, wenn nicht sogar falsch. Schließlich lassen sich in den Themen Hartz IV oder auch Mindestlohn eindeutige Sachbezüge finden. Dennoch ist Sachpolitik ohne Machtpolitik nicht denkbar. Einfach so Dinge durchsetzen könnte nur ein Alleinherrscher. Die Rücksichtnahme auf Koalitionspartner, Fraktionen und das Parlament ebenso wie die mehr oder weniger offene Gegnerschaft zum Koalitionspartner und zur Opposition zwingen zu Machtpolitik. Denn letztlich ist diese Ausdruck der Bindung, die Demokratie auf Machthaber ausübt. Vorhaben müssen besprochen und abgestimmt werden. Dabei wird jede und jeder möglichst geschickt auf die Erreichung der eigenen Ziele aber auch auf die Bloßstellung der Gegner hinarbeiten. Das ist dann eben Machtpolitik. Ohne Sachpolitik würde Politik, die zweifellos immer machtbasiert ist, zum reinen Selbstzweck verkommen.