Eine kleine Presseschau: Koalitionen

Die Arbeitsteilung in der SPD hinsichtlich möglicher Koalitionen 2009 ist nun vollends entfaltet. Nachdem Kurt Beck mit der Jamaika-Variante liebäugelte und Frank-Walter Steinmeier die Große Koalition ja eigentlich recht dufte findet, nähert sich nun Hubertus Heil – wenn auch äußerst vorsichtig – der Linkspartei an. Es gebe dort „vernünftige Leute im Osten“. Regierungsfähig sei die Partei aber dennoch nicht.

Weiter geht der Vorsitzende der SPD im Saarland, Heiko Maas, der eine Koalition mit der Linkspartei nicht ausschließt und einen offensiven Umgang der SPD mit dem linken Gegner fordert.

Wollte man hieraus Strategien herauslesen, so könnte man erstens den trivialen Schluss ziehen, dass die SPD sich keinen ewigen Grabenkampf mit den Linken leisten kann. Will man den komplexen und vermutlich sehr fragilen Dreier-Koalitionen einerseits und einer Fortsetzung der wohl doch recht unbeliebten Großen Koalition (in der man auf lange Sicht Juniorpartner bleiben könnte) andererseits aus dem Weg gehen, bleibt als Alternative nur noch die Linkspartei, die auf dem besten Weg ist, zur dritten Volkspartei hoch geschrieben zu werden.

Zugleich fällt auf, dass es vor allem die jüngere Generation der SPD-Politiker ist, die sich der Linken nicht vollkommen verschließen will, wohl wissend, dass in einigen Jahren sowohl Lafontaine als Reizperson der SPD, als auch die derzeitige Garde derjenigen in der SPD, für die die Linke als Ganze Reizthema ist, von der Bildfläche verschwunden sein werden.