Gewerkschaften

Marcus Hammerschmitt verhöhnt bei Telepolis Ver.di angesichts des Ergebnisses der Telekom-Bestreikung, das von Verhandlungsführer Lothar Schröder verzweifelt als Erfolg gefeiert wird.

Man weiß es ja nicht erst seit gestern: die Gewerkschaften sind in der Defensive, und in den besonders von Prekarisierung betroffenen Wirtschaftszweigen, zu denen auch die IT- und die Telekommunikationsbranchen gehören, erst recht.

Hammerschmitt erkennt ein „strukturelles“ Problem der Gewerkschaften, das scheinbar darin besteht, die Institution der Sozialpartnerschaft aufrecht erhalten zu wollen.

Da nun aber die Gegenseite jedes auch nur propagandistische Interesse an Partnerschaft verloren hat und mit dem Klassenkampf von oben ernst macht (wozu sie sich aus Gründen der globalen Konkurrenz gezwungen sieht) kämpfen die Traditionsgewerkschaften mit den falschen Mitteln um ein verlorenes Match, dessen Regeln der Gegner nicht mehr anerkennt.

So beschrieben, klingt es allerdings eher nach einem Problem der Sozialpartnerschaft als solcher, die es einem der Partner erlaubt, diese faktisch nicht mehr anzuerkennen.

Ich möchte in diesem Zusammenhang erneut den TAZ-Artikel zitieren, den ich bereits für den Beitrag ‚'Bürgerjournalismus': Journalismus II’ verwandte:

Aus der Niederlage der Stromkonzerne im Kampf um den Atomausstieg haben die Industrievertreter laut Spehr gelernt. Heute inszenieren sie einen kritischen Dialog, um nach dem Austausch aller Argumente sagen zu können: "Wir haben alles diskutiert, jetzt ziehen wir unser Vorhaben durch."

Zusammenhang? Den kann ich noch nicht klar herausarbeiten, aber es läuft irgendwie immer darauf hinaus, dass die ‚Gegenseite’ die heute gültigen Regeln besser verstanden hat, als ‚die Guten’.